Unsere Geschichte

Seit 1850

Vom Handstrich zum Tunnelofen.

Vom Beginn als Handstrichziegelei über Enteignung und VEB-Zeit bis zur Reprivatisierung: Unsere Geschichte ist geprägt von Wandel, Zusammenhalt und mutigen Neuanfängen. Heute führen wir diese Tradition mit moderner Technik und einem klaren Blick nach vorn weiter.

  1. Gründung und Mechanisierung
  2. Fritz Teichmüller gründet eine Handstrichziegelei – die Wurzel des heutigen Werks.

  3. Übernahme durch Carl Clüsener, der den Betrieb mechanisiert.

  4. Die Ziegelei wird über den Ersten Weltkrieg stillgelegt.

  5. Bruno Döring (Jahrgang 1850) kauft den Betrieb. Es entsteht die „Dampfziegelei und Dachziegelfabrik Bruno Döring“ – das erste Werk, das sich mit der Herstellung von Falzziegeln befasst, und Inhaberin des entsprechenden Reichspatents.

  6. Bruno Döring führt die Geschicke der Ziegelei bis in die 30er Jahre selbst. Danach führen Sohn und Schwiegersohn als Firma Döring und Griebsch weiter.

  7. Paul Döring findet seinen Schwager ab und betreibt das Werk mit seiner Mauerziegelproduktion allein.

  8. Krieg und Neuanfang
  9. Von mindestens zwanzig Ziegeleien in und um Nordhausen (Ende 19. Jahrhundert) sind nur noch vier aktiv – alle mit je zwei Ringöfen für Mauer- und Dachziegel.

    Die vier letzten Nordhäuser Ziegeleien vor 1939

    WerkLageEnde
    Nordhäuser Ziegelwerke Rudolf Schulze & Co.Am Holungsbügel1965 als Ziegelwerk aufgegeben, Porenanhydrit bis 1990
    Ziegelwerk A. Kahlenberg & Co.An der Harzausfahrtstraße1981 aufgegeben
    Dampfziegelei Ludwig, Robert Förstemannnördlich der Leimbacher Straßedurch Bomben zerstört
    Ziegelwerk Paul DöringStolberger Straßeproduziert bis heute (Sourell GmbH)
  10. Kriegsbedingter Stillstand durch Mangel an Arbeitskräften.

  11. Neubeginn der Produktion unter großen materiellen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Schwerpunkt Dachziegel – Mauerziegel stehen aus der Enttrümmerung reichlich zur Verfügung.

  12. Überschuldung gegenüber der Stadtsparkasse führt zur Zahlungsunfähigkeit. Fortführung nur durch Verpachtung und Verkauf der wesentlichen Maschinen an den Stiefsohn Bernhard Sourell – der Einstieg der Familie Sourell.

  13. Aufgabe der Dachziegelherstellung auf staatlichen Druck gegenüber dem „privatkapitalistischen Betrieb“. Gleichzeitig Aufstieg zur produktionsstärksten und produktivsten Werksanlage Nordthüringens; durch den Bau einer künstlichen Trocknung wird das Werk Ganzjahresbetrieb. Christa Sourell unterstützt ab diesem Jahr den Betrieb durch alle politischen und wirtschaftlichen Wandlungen.

  14. Enteignung und DDR
  15. Erzwungene Bildung des „Betriebes mit staatlicher Beteiligung“ Paul Döring KG Ziegelwerk Nordhausen; Bernhard Sourell bleibt Komplementär.

  16. Nach dem erzwungenen „Ausscheiden des privaten Gesellschafters“ Übergang in Volkseigentum. Im „VEB Ziegelwerk Nordhausen“ führt Bernhard Sourell als Betriebsleiter weiter.

  17. Zuordnung zum VEB Ziegelkombinat Erfurt: „VEB (B) Ziegelkombinat Erfurt, Mauerziegelwerk Nordhausen“.

  18. Als Betriebsabteilung 35 in den Betriebsteil Teistungen des VEB Thüringer Ziegelwerke Erfurt, Kombinat Bau- und Grobkeramik Halle. Bernhard Sourell leitet die Betriebsabteilung 30-Nordhausen mit den Werken 31 Parkallee, 32 Anhydritwerk und 35 Mauerziegelwerk – die beiden letzten bis 30. April 1990.

  19. Reprivatisierung und Neuaufbau
  20. Die „schon nicht mehr für möglich gehaltene“ Reprivatisierung. Seither in vierter Generation in Familienhand: Ziegelwerk Nordhausen Dipl.-Ing. Sourell GmbH. Einer der wenigen Industriebetriebe der Stadt, dem die Umstellung auf marktwirtschaftliche Tätigkeit gelingt.

  21. Nach langen Verhandlungen Eintrag ins Grundbuch – erst dreieinhalb Jahre nach Gründung wird planbare Entwicklung möglich. Entscheidung für den schrittweisen Gesamtaufbau eines neuen Ziegelwerks nach dem Stand der Technik.

  22. Neue Trockenanlage geht in Betrieb.

  23. Inbetriebnahme des gasbefeuerten Tunnelofens.

  24. Schleifanlage für Fertigerzeugnisse – die Voraussetzung für die Planziegel-Fertigung.

  25. Neue Aufbereitungsanlage in Betrieb.

  26. Werksverkauf an Marco Prange.

  27. Rekultivierung des Bergwerksfelds Nordhausen–Brommelsberg: 3,5 Hektar Aufforstung, 3 Hektar Flächennaturdenkmal, Verfüllung mit unbelastetem Erdaushub und Bauschutt.

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